Warum Gemeindeorganisationen nötig sind

Die meisten Länder der westlichen Welt haben ein komplexes politisches System, das professionell durchgearbeitet wurde. Etwa in Deutschland herrscht ein raffiniertes System von Checks and Balances, also der gegenseitigen Balance einzelner Machtzentren.

Das sind nicht immer nur die Exekutive, Judikative und Legislative, sondern auch die Gegensätze von Land und Stadt, Landkreis und Hauptstadt und Kommune.

Auf allen Leveln herrscht eine gewisse Machtstruktur, und jeder Bürger ist dazu aufgefordert, sich an diesen Machtstrukturen zu beteiligen. So kann man innerhalb einer Legislaturperiode für viele unterschiedliche Wahlvorgänge seine Stimme abgeben.

Doch parallel zu diesem etablierten System gibt es eben auch die Gemeindeorganisationen und andere zivilgesellschaftliche Instanzen, die dieses Machtsystem unterstützen und ergänzen. Warum ist das so?

Gemeindeorganisationen als fehlendes Puzzlestück

Gemeindeorganisationen können unterschiedlicher Natur sein. Sie befassen sich, grob gesagt, mit den Sorgen des Bürgers. Wenn beispielsweise die Energiekosten explodieren und sich keine politische Instanz ernsthaft damit auseinandersetzen möchte, kann dies von einer Gemeindeorganisation übernommen werden. Viele Bürger, die Forderungen und Bitten an die Politik haben, stehen gefühlt alleine da.

Doch bei großen Themen wie die Erhöhung der Mietpreise, die Veränderung des Stadtbildes, aber auch bei nationalpolitischen Entscheidungen kann es hilfreich sein, sich mit Gleichgesinnten zusammenzutun und den eigenen Wunsch konkret zu formulieren. Und dafür sind Gemeindeorganisationen zuständig.

Hier werden Anliegen ausgesprochen und gemeinschaftlich Lösungsansätze formuliert, die dann den lokalen Politikern zugespielt werden.

Ein Wunsch von vielen

Ein Wunsch von vielen - Warum Gemeindeorganisationen nötig sind

Wenn beispielsweise die Mietpreise für einen Bezirk einer Stadt unerträglich werden, können sich die Bürger dieses Bezirks zusammentun und ein gemeinsames Anliegen entwerfen.

Das geschieht in der Regel über Gemeindeorganisationen, die von ehrenamtlich arbeitenden Professionals mitgetragen werden. So steht man nicht mehr alleine da, sondern tritt geeint in einer Gruppe auf, die auch über eigene Anwälte und Politikprofis verfügt.

Die Politik wird dann per Demonstration, offenem Brief oder online in Kenntnis über die Unzufriedenheit der Gruppe gesetzt und zum Handeln aufgefordert. Und eine Reaktion wird kommen, denn es ist etwas anderes, von einer Einzelperson angesprochen zu werden, als von einer mobilen und professionellen Gruppe.

Deshalb sind Gemeindeorganisationen als Korrektiv der geltenden politischen Machtverhältnisse essenziell zum Fortbestand der modernen Demokratie.